Die Freiheit, die Stasi und der Tod
Dokumentation | D (2026) | 89min
Im April 1981 sind der 23-jährige Matthias Domaschk und sein Freund Peter Rösch auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier nach Ost-Berlin. Doch sie erreichen ihr Ziel nie: Die Staatssicherheit holt die beiden jungen Männer aus dem Zug. Zwei Tage später ist Matthias tot – gestorben in einem Untersuchungsgefängnis der Stasi. Matthias‘ Familie und viele seiner Freunde zweifeln bis heute am angeblichen Selbstmord des jungen Vaters. Sein Tod wird in den Jahren danach zum Symbol für den erstarkenden Widerstand gegen die SED-Diktatur.
„Die Freiheit, die Stasi und der Tod – Das kurze Leben des Matthias Domaschk“ rekonstruiert Matthias Domaschks Geschichte erstmalig multiperspektivisch mit seinen wichtigen Angehörigen und Freunden, durch persönliche Dokumente und durch Einblicke in den Apparat der Staatssicherheit. Zugleich ist es die Geschichte einer unangepassten Jugend in der DDR, die sich nach Freiheit und Selbstbestimmung sehnt und ins Visier der Staatssicherheit gerät. Umfangreiches Film- und Foto-Archivmaterial und animierte Szenen nehmen uns mit auf eine Zeitreise in das Leben der 70er und 80er Jahre in der DDR. Matthias‘ Träume und kritischen Haltungen damals sind auch für junge Menschen heute leicht nachzuempfinden. Die Frage nach der individuellen Verantwortung des Einzelnen in einer Gesellschaft stellt sich uns allen heute wieder mehr denn je.
Buch & Regie: Sabine Michel
Co-Autorin & Co-Regie: Sonia Otto
Montage: Katrin Ewald
Ton: Oliver Prasnikar
Producerin: Natalie Prinz
Produktion: Valentin Thurn, Thurnfilm
Redaktion: Ina-Kathrin Hüttig (MDR) und Rolf Bergmann (RBB)
Erstaustrahlung: 9. November 2026 um 22:50 in der ARD
Das Buch zum Film: Jena-Paradies Die letzte Reise des Matthias Domaschk von Peter Wensierski, erschienen im Christoph Links Verlag. 450 Seiten.